Das Energielabel für das Tiny DaHome ist da!

Unser Energiezertifikat fürs Tiny House

Jedes Gebäude verbraucht Energie – durch Heizen, Warmwassererzeugung und den genutzten Strom. Je kleiner die Wohnfläche, desto kleiner meist auch der Energieverbrauch. Leider wird man hier oft die Irre geführt, da der Energieverbrauch bei Gebäuden pro Quadratmeter angegeben wird. So können sich große Neubauten zwar schönrechnen, umweltfreundlich sind sie aber nicht unbedingt. Viel entscheidender wäre doch zu wissen, wieviel Energie ein Gebäude INSGESAMT verbraucht, wie viele Personen in diesem Haushalt wohnen, wie viel graue Energie in den Baumaterialien steckt und ob mit erneuerbaren oder fossilen Energieträgern geheizt wird. Fast alle diese Punkte werden beim Energiezertifikat im Rahmen der 2000 Watt Gesellschaft berücksichtigt.

Wir wollten es genau wissen!

Der Verein Kleinwohnformen Schweiz hat unser Tiny House mal unter die Lupe genommen!

Das Energielabel vom Verein Kleinwohnformen Schweiz gibt auf einer übersichtlichen Seite einen Überblick über die wesentlichsten energetisch und ökologisch bedeutenden Kenndaten einer KWF. Das Augenmerk liegt auf der Energieeffizienz der Einheiten, basierend auf der 2000-Watt Gesellschaft.

Anhand dieser Daten lässt sich sehen, wie unser Tiny House im Vergleich zu anderen Kleinwohnformen dasteht und wie das Tiny DaHome im Vergleich zu einer Musterwohnung abschneidet, die als Schweizer Standard des Jahres 2020 gelten kann.

Unsere Werte können sich sehen lassen!

Energiezertifikat „Tiny DaHome“

Weitere Kleinwohnformen zum Vergleich

Kennst du deinen Energieverbrauch im Rahmen der 2000 Watt Gesellschaft?

Auf 2000 Watt Wohnen kannst du es mit wenigen Klicks rausfinden!

Energierechner
Verein Kleinwohnformen Schweiz

FAQ

Mobile Kleinwohnformen sind in vielen Bereichen ökologischer als herkömmliche Wohnformen:

  • geringer Primärenergieverbrauch: wenig Wohnraum = wenig Energiebedarf – und zwar insgesamt, nicht nur pro Quadratmeter
  • Wohnraum ohne Flächenversiegelung: Biodiversität, CO2-Speicherung, Hochwasserschutz und Kühleffekt bleiben erhalten
  • Wenig graue Energie in Baumaterial: kein Beton, dafür ökologische Baustoffe und insgesamt viel weniger Materialverbrauch
  • Bau nach dem Cradle to Cradle Prinzip: verwendete Ressourcen können in den Wertstoffkreislauf zurückgeführt werden
  • Tiny Living fördert einen minimalistischen Lebensstil hinsichtlich Konsum, Ernährung, Mobilität, Freizeitgestaltung und ehrenamtlichem Engagement

Weitere nachhaltige Aspekte speziell im Tiny DaHome:

  • 100 Prozent erneuerbare Energie durch Photovoltaik
  • umweltfreundliche Wärmeproduktion durch Solarthermie und Abwärme des Holzofens
  • Toilette ohne Wasserspülung
  • Pflanzenkläranlage als Fassadenbegrünung
  • Insektenfreundlicher Urbaner Garten gemäß Permakultur

Das Tiny DaHome ist in Holzständerbauweise mit ökologischer Hanf-Jute Dämmung gebaut.

●  Pappelsperrholz

●  Holzständer 8cm mit Hanf Jute Dämmung,

●  Offene Fichten Aussenfassade

●  Hinterlüftet

●  U-Wert 0,51 W/m2K

Zum Zeitpunkt des Baus standen wir noch vor der Herausforderung Wanddicke versus ökologischem Dämmstoff. Diese Krux kann in Zukunft mit Aerogel als klimafreundlichem und besonders dünnem Dämmstoff gelöst werden.Wir nahmen einen etwas schlechteren Dämmwert in Kauf, da wir auf ökologische Dämmstoffe setzen wollten statt auf umweltschädliche Materialien wie Beton, Steinwolle und Styropor. Wir bevorzugen atmungsaktive Wände, die ein angenehmes Raumklima erzeugen. Auch das Cradle to Cradle Prinzip ist uns dabei sehr wichtig. Unser Energieverbrauch ist durch den kleinen Raum und innovative Lösungen trotzdem wesentlich geringer als bei den meisten modernen Bauten.

Es stimmt natürlich, das Kleinwohnformen praktisch nur Außenwände haben und darüber die meiste Energie verloren geht. Auch ist richtig, dass die U-Werte der Wandaufbauten oft nicht dem Energiegesetz entsprechen, da dies durch die begrenzten Platzverhältnisse für Isolierungen und die Verwendung von möglichst ökologischen Baustoffen wie Holz und als Dämmstoff Schafwolle, Hanf oder Seegras schwierig einhaltbar ist. Mit dem klimaverträglichen als auch dünnem Dämmstoff Aerogel verringert sich dieses Problem jedoch.

Generell ist der geringe absolute Energieverbrauch von Kleinwohnformen ein wichtiger Punkt für gesetzliche Anpassungen. Denn die zu beheizenden Volumen sind sehr klein und die Heizperiode wird dank Sonnenunterstützung im Vergleich zu herkömmlichen Häusern um rund zwei Monate verkürzt. So ist der Heizenergiebedarf pro Person und im Rahmen der 2000-Watt-Gesellschaft betrachtet sehr tief und viel tiefer als bei herkömmlichen Häusern. Zudem verwenden viele Kleinwohnformen CO2-neutrale Heizungen. Ohnehin greift für uns das alleinige Abstützen auf die Dämmung zu kurz. Verschiedene Studien attestieren Bewohnenden einer Kleinwohnform einen reduzierten ökologischen Fussabruck von rund 50 Prozent.

Das Tiny DaHome wird mit einem modernen Holzofen geheizt. Unser Jahresverbrauch an Hartholz liegt bei 1,5 Ster. Das Holz kommt aus lokalen Wäldern, das aufgrund von Schädlingsbefall gefällt werden musste. Wir verfeuern zu 80 Prozent Esche und zu 20 Prozent Fichtenholz. Wir nutzen zusätzlich bewusst die Sonneneinstrahlung im Winter durch unsere Fensterfronten. Das bedeutet, dass wir sogar tagsüber bei Minustemperaturen nicht einheizen müssen, da die Sonne den kleinen Raum schnell aufwärmt. Zusätzlich haben wir eine solarthermiegeführte Fußbodenheizung *, die unseren Holzbedarf weiter reduziert. Genaue Verbrauchswerte stehen hier noch aus. Im Sommer verhindern wir durch unsere Außenrollos das Aufheizen des kleines Raumes und können so auf eine Klimaanlage verzichten.

Wir sind uns bewusst, das Holzbrand trotz seiner Klimaneutralität kritisch gesehen werden muss. v.a. hinsichtlich der Feinstaubbelastung. Wir arbeiten daran, durch verschiedenste Maßnahmen diese Belastung z.B. durch entsprechende Filter zu reduzieren.

* ab 2022

Warmwasser wird im Winter durch Abwärme des Ofens in einem Rauchgasboiler erzeugt und im Sommer, sowie in der Übergangszeit durch Solarthermie*. Es wird also bereits vorhandene Energie genutzt ohne fossile Energieträger für Warmwasser zu verbrauchen. Die Wärmenutzung der Sonne hat großes Potenzial, denn die Sonne scheint sie gratis und die Nutzung der thermischen Sonnenenergie hat einen viel höheren Wirkungsgrad, als die Umwandlung der Sonnenenergie in Strom. Zum Vergleich: PV-Panele haben je nach Generation einen Wirkungsgrad von ca. 15 Prozent, Solarthermie kann jedoch von der ankommenden Sonnenenergie ca. 50 Prozent nutzbar machen!

Quelle: EnBW 2022

Fazit: Sonnenernte lohnt sich doppelt!

*Ab Frühjahr 2022

Wir haben 6 Solarpanele die je 245 Watt produzieren können. Das wäre unter optimalen Bedingungen also eine Leistung von 1470 Watt. Natürlich hängt dies von Wetter, Jahreszeit und Ausrichtung der Panele ab. An sonnigen Sommertagen haben wir einen grossen Stromüberschuss und unsere Batterien sind bereits morgens um 10 Uhr gefüllt. Aber auch an einem bedeckten Tag haben wir ca. 300 Watt Leistung und eine Stromstärke von ca. 11 Ampere. Das Tiny DaHome ist also 100% stromautark.

Ein Beispiel: wir haben zwei Induktionsplatten. Darauf kochen wir ca. 45 Minuten Risotto mit einem permanenten Verbrauch von ca. 1000 Watt. Wenn wir kochen, während die Sonne scheint, ist direkt nach dem Essen die Batterie auch schon wieder voll.

Wissenswerte Zusatzinfos

SDG

Dieser Beitrag unterstützt folgende UN Nachhaltigkeitsziele:

Mehr zu den UN SDG Zielen
2022-08-22T11:26:50+02:00Mai 8th, 2022|Nachhaltigkeit, PopUp Pullach, Wohnen|
Nach oben