Tag der offenen Tür im Tiny PopUp Projekt München

Tiny Houses in München stoßen auf großes Interesse

Vielen Dank für das große Interesse und den tollen Austausch am 2. & 3. Oktober! Am Samstag waren die Tiny Houses offen für alle Interessierten, am Sonntag haben wir exklusiv eine Infoveranstaltung für Politik und Verwaltung angeboten.

Am Samstag hatten wir einen tollen Austausch u.a. mit den Engagierten vom Tiny House Verein in Freising (siehe Bild). Gerne stellen wir unsere Erfahrungen aus über zwei Jahren Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung, damit andere Initiativen nicht bei Null anfangen müssen. Denn wichtig ist, dass endlich etwas vorwärts geht in Bayern und München. Andere Bundesländer kriegen es ja auch hin!

Deshalb hat uns die hohe Resonanz aus dem Stadtrat und aus den Bezirksausschüssen Harlaching/Giesing und Thalkirchen/Obersendling/Solln/Fürstenried/Forstenried so gefreut! Auch aus Karlsfeld waren Stadtratsmitglieder hier und haben sich Tipps geholt. Einige Bezirksausschussmitglieder und StadträtInnen haben sogar um einen Alternativ-Termin gebeten, um sich über das Thema näher informieren zu können. Wir haben uns sehr gefreut, dass das Thema mittlerweile bei den meisten Parteien im und um das Stadtgebiet Gehör gefunden hat. VertreterInnen von SPD, Grünen, Linke, CSU und Die Partei waren vor Ort, wollten einen Alternativ-Termin bzw. setzen sich bereits für das Thema ein! Das macht uns Mut, um Tiny Houses und Kleinwohnformen als ökologische Lückenfüller ohne Bodenversiegelung weiter als ein Tool in der Stadt- und Ortsentwicklung bekannt zu machen.

FAQ

Tiny Houses in der Stadt machen überall dort Sinn, wo nicht mehr in die Höhe gebaut werden kann bzw. soll. Dies können Flächen sein, wo erst in ein paar Jahren gebaut wird und die so für einige Jahre zwischengenutzt werden können. Aber auch Nachverdichtung ohne Flächenversiegelung ist ein wichtiger Punkt hinsichtlich Tiny Living: auf brach liegenden Grundstücken, Hinterhöfen, auf Flachdächern, Garagendächern oder Gärten um ein Einfamilienhaus kann bezahlbarer, als auch umweltschonender Wohnraum geschaffen werden, der den Boden nicht versiegelt. Hier liegen die Vorteile von “urban Tiny Living”: als ökologischer Lückenfüller.

Von uns her gesehen gibt es für den Wohnungsmarkt nicht DIE Lösung. Wichtig ist durch eine grosse Vielfalt verschiedenste Möglichkeiten zu unterstützen, je nach Flächengröße und Umgebung. Kleinwohnformen können ein Puzzleteil in Stadt- und Gemeindentwicklung sein, welche je nach Person und Situation eine optimale Lösung darstellen. Zudem handelt es sich bei Tiny Houses meist um nachhaltige Wohnformen mit erheblich geringerem CO2-Fußabdruck im Vergleich zu herkömmlichen Wohnformen, die flexibel und bezahlbar sind, ohne den Boden zu versiegeln.

Derzeit ist es eher schwer, an Flächen zu kommen, weil sich Tiny Houses oft noch in einer rechtlichen Grauzone befinden und einige Verordnungen unverhältnismäßigen Aufwand und Kosten darstellen. Wichtig ist, sich aktiv zu engagieren und Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben, egal ob in einem Verein oder politisch. Oft gilt es überhaupt einmal zu erklären, was Tiny Houses denn sind und was die Vorteile davon sein können für eine Gemeinde oder Stadt. Relativ selten ist ein gemachtes Nest zu finden, in das man nur noch sein Tiny House stellen muss. Das sollte man sich bewusst sein, bevor der Kauf oder der Bau ansteht. Aber gerade in der Lokalpolitik und im Gemeinderat merkt man: wo ein politischer Wille ist, findet sich meist auch ein Weg. Deshalb lohnt sich das Engagement vor Ort!

Wir setzen auf Offenheit gegenüber Kleinwohnformen, die den Boden nicht versiegeln. Denn die Vorteile liegen auch für die Politik auf der Hand, ob langfristige Nachverdichtung oder eine Zwischennutzung auf Brachen und ungenutzten Flächen im Wohngebiet: bezahlbarer, flexibler und umweltschonender Wohnraum ohne Flächenversiegelung. Außerdem werden so auch Flächen nutzbar, die bisher nicht für Wohnraum infrage kamen: Garagendächer, Flachdächer in Mischgebieten, Industriebrachen oder Restflächen, die für herkömmliche Bauten zu klein sind. Und nebenbei können Tiny Houses ein spannender Begegnungsort im Viertel werden, der die BewohnerInnen zu Wohnvielfalt und Ressourcenschonung inspiriert. München besteht z.B. zu einem beträchtlichen Teil aus Einfamilienhausgebieten: dort schlummert ungenutztes Potenzial hinsichtlich Nachverdichtung ohne Bodenversiegelung – auf städtischen und privaten Flächen.

Mögliche Maßnahmen zur Förderung durch die Lokalpolitik:

– Stadt oder Gemeinde als Vorbild, damit PrivateigentümerInnen ihre Grundstücke öffnen und so kostengünstig und unkompliziert bezahlbaren Wohnraum schaffen

– An die Nutzungsdauer angepasste Anwendung der Bauvorschriften

– Zonenfremde Nutzung in allen Bauzonen für Zwischennutzungen zulassen

– Anwendung eines minimalen Verfahrens vor allem für eine kurzfristige Nutzungsdauer: die lange Genehmigungsdauer und die Kosten für Erschließung versus Nutzungsdauer stellen bisher eine unüberbrückbare Hürde dar

– kurzfristige Projekte für Forschung und Wissensvermittlung herausheben, um aufzuzeigen, wie Ressourcen im Sektor Bauen und Wohnen eingespart werden können

SDG

Dieser Beitrag unterstützt folgende UN Nachhaltigkeitsziele:

Mehr zu den UN SDG Zielen
2022-03-15T17:25:35+01:00Oktober 24th, 2021|Event, Politik, PopUp Pasing|
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